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Gutachten für Peloidkurzwecke
Balneomedizinisches Gutachten für Peloidkurzwecke

MEDIZINISCHE UNIVERSITÄT WIEN

ZENTRUM FÜR PHYSIOLOGIE UND PATHOPHYSIOLOGIE A.UNIV.PROF DR.W.MARKTL


Balneomedizinische Stellungnahme zur Anwendung des Bentonits für Peloidkurzwecke

A cura del Prof.Univ. Dr.W.Marktl

 

Wirkungsmechanismen der Peloidkur

Bei jeder inneren Anwendung sind lokale von systemischen Effekten sowie kurz - und langfristige Wirkungen zu unterscheiden. Die ersten Wirkungen treten erwartungsgemäß im Gastro-Intestinaltrakt auf. In diesem Organbereich können die therapeutisch erwünschten Wirkungen der Peloidkur prinzipiell durch folgende Wirkungsmechanismen zustande kommen:

1) durch direkten Kontakt mit der Intestinalschleimhaut und Einwirkung auf die sekretorischen Systeme des Verdauungstrakts;

2) durch direkten Kontakt eines Heilwassers mit den Hohlorganen des Verdauungstrakts und Einwirkung auf die motorischen Systeme;

3) durch Freisetzung von gastrointestinalen Hormonen;

4) durch Aktivierung von Reflexbögen wie z.B. dem gastro-colischen Reflex;

5) durch Stimulation psychomotorischer und psychosekretorischer Systeme;

6) durch die Kombination dieser Mechanismen.

 

Wesentliche Faktoren welche die Wirkungen einer Peloidkur in der inneren Anwendung modifizieren sind u.a. die Menge, die Art und Weise der Zufuhr, die Tageszeit der Zufuhr, die Temperatur, der pH-Wert, die chemische Zusammensetzung und im Falle der inneren Anwendung mit einer Peloidsuspension auch bestimmte Besonderheiten die sich auf spezielle Eigenschaften des Peloids beziehen.

 

Spezifische Wirkfaktoren einer Kur mit der Einnahme einer Peloidsuspension

Zu dieser Thematik muss einleitend festgehalten werden, dass bezüglich der Wirkungen und der Wirkfaktoren einer Kur mit der Einnahme einer Peloidsuspension nur wenige wissenschaftliche Untersuchungen vorliegen. Die vorliegenden Untersuchungen wurden bisher ausschließlich mit Peloiden organischer Herkunft durchgeführt. Die aus diesen Untersuchungen gewonnenen Ergebnisse können daher nicht uneingeschränkt auf die Verhältnisse übertragen werden, wie sie bei anorganischen Peloiden vorgefunden werden. Die erwähnte Einschränkung bezieht sich naturgemäß vor allem auf jene Wirkfaktoren, die auf organische Inhaltsstoffe des Torfs zurückzuführen sind. Bezüglich der physiko-chemischen Eigenschaften bestehen aber durchaus Gemeinsamkeiten zwischen Peloiden organischer und anorganischer Herkunft, die eine Grundlage für die Brauchbarkeit eines anorganischen Peloids für die kurmäßige, innere Anwendung liefern können. Bei diesen physiko-chemischen Eigenschaften stehen vor allem die Viskosität des Peloids und das Sorptionsvermögen der Peloidpartikel im Vordergrund. Aus nicht offiziell publizierten Einzelbeobachtungen bei Heilmoorkuren geht hervor, dass bei Patienten mit Colitis ulcerosa Abnahmen der Zahl der eosinophilen Granulocyten, Veränderungen der Plasmaproteinkonzentration und des Enzymgehalts im Duodenum gefunden wurden. In klinischen Studien von Greif (1) und Kallus (2) wurden bei Patienten mit verschiedenen entzündlichen Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts Besserungen der Beschwerden bei diesen Krankheiten nach Heilmoorkuren festgestellt. Diese Verbesserung betraf vor allem die Schmerzintensität.

Wie alle bisher vorliegenden Studien zu den Kurwirkungen bei der Einnahme von Peloidsuspensionen zeigen, handelt es sich dabei nicht um Soforteffekte, sondern um Effekte, die von der wiederholten Zufuhr der Peloidsuspension ausgehen. In solchen Fällen spielen die Vorgänge der physiologischen Adaption eine Rolle. Zur Entwicklung adaptogener Veränderungen in einem gesundheitlich erwünschten Sinn bedarf es aber einer gewissen Zeit über welche die Peloidkur durchgeführt werden muss. Im konkreten Fall bedeutet dies, dass eine Mindestdauer der Peloidkur von drei Wochen vorzusehen ist. Bei noch länger dauernden Kuren kann höchstwahrscheinlich der durch die Adaptationsvorgänge hervorgerufene Normalisierungseffekt verstärkt werden.

 

Indikationen und Kontraindikationen

Auf der Basis der, bezüglich der Einnahme von Peloidsuspensionen vorhandenen Daten, können für Kuren mit dem Gossendorfer Bentonit folgende Indikationen erstellt werden:

- chronische Gastritiden

- Ulcus duodeni

- Ulcus ventriculi

- Chronische Enteritiden

- Colitis ulcerosa

Ergänzend dazu muss festgehalten werden, dass zur Einnahmen von Peloidsuspensionen bisher nur sehr wenige wissenschaftliche Studien vorliegen und diese Studie sich ausschließlich auf organische Peloide beziehen. Wie bereits weiter oben ausgeführt kann davon ausgegangen werden, dass bestimmte physikalische und chemisch-physikalische Eigenschaften bei organischen und anorganischen Peloiden gleichartig sind, worauf sich die Erstellung der Indikationen gründet. Es soll jedoch in diesem Zusammenhang angeregt werden, zur inneren Anwendung mit der Peloidsuspension weitere Forschungen bezüglich der Wirkungen durchzuführen, da bisher auf diesem Gebiet der Peloidanwendung nur wenige wissenschaftliche Daten verfügbar sind. So erscheint die angegebene Dosierung von 1 TL/ 1/8 l.Wasser zwar vertretbar, es liegen aber bisher keine Daten darüber vor, ob etwa andere Dosierungen bei den einzelnen Indikationen sinnvoller wären. Angesichts der Tatsache dass für die angeführten Indikationen natürlich auch medikamentöse Verfahren zur Verfügung stehen scheint der Hinweis angebracht, dass die Peloidkuren von „fangocur" eher als zusätzliche Therapie zu einer durchgeführten medikamentösen Behandlung sinnvoll sein werden und nicht als ausschließende Alternative zur medikamentösen Therapie. Diese Feststellung darf keinesfalls als Abwertung der Peloidkur verstanden werden, da durch eine solche zusätzliche Behandlung eine Steigerung der therapeutischen Effizienz und möglicherweise eine Reduktion der Medikamentendosis zu erzielen ist. Diese zusätzliche Peloidkur erhöht daher die gesamte therapeutische Qualität und kann über eine Verminderung medikamentöser Nebenwirkungen zu einer Verbesserung der Lebensqualität der Patienten führen.

Aus medizinischer Sicht ist nicht nur die Erstellung der Indikationen für eine medizinische Behandlung nötig, sondern es müssen auch Gegenanzeigen beachtet werden. Die Gegenanzeigen gegen die kurmäßige Einnahme von Peloidsuspensionen sind nicht identisch mit jenen, die für eine Kur mit Heilwässern gelten. Da bei einer kurmäßigen Einnahme von Peloidsuspensionen nicht so große Flüssigkeitsmengen getrunken werden wie bei Heilwasser-Kuren sind jene Erkrankungen bei denen eine Störung der renalen Ausscheidung besteht keine absoluten Kontraindikationen gegen eine Peloidsuspensionskur. Kontraindikationen die beachtet werden müssen sind hingegen akut entzündliche Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, bösartige Tumore, Pylorusstenose, Verschlußikterus, Blutungen im Magen-Darm-Trakt, Behinderungen der Darmpassage und die Gärungsdyspepsie. Im Falle einer Obstipation muss im Einzelfall entschieden werden, da diese funktionelle Störung eine sehr unterschiedliche Ursache haben kann. Letztlich sollte es auch dem die Peloidkur verordnenden Arzt überlassen werden, ob im speziellen Fall diese Kur indiziert oder kontraindiziert ist.

 

Literatur

 1)   St. Greif: Interne Klinische Anwendung des Neydhartinger Moor. In: Die österreichische Moorforschung.

 2)   J.Kallus: Ulkus ventrikuli et duodeni, Gastritis, Duodenitis. Behandlung mit Neydhartinger Moor-Kur. Untersuchungs-Bericht.

 

Wien, 26.7. 2006

Ao.Univ.Prof.Dr.W.Marktl


 
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